Geschichte  
 

„Ach wär ich nur ein einzig Mal ein schmucker Prinz im Karneval.“ Mit diesem Lied begrüßt der Roßlauer Karnevalclub (RKC) auch in dieser Session alle Narren und Narrelesen zu seinen Veranstaltungen. Bereits seit 1965 bringen die Jecken zur 5. Jahreszeit viel Spaß und gute Laune unter die Leute. Grund genug, einmal auf die „alten Zeiten“ zurückzublicken!
Aus der Karnevalshochburg Köln kam Karl Venghaus in den 60er Jahren nach Roßlau und suchte sich 13 Narren. Gemeinsam mit Klaus Ludewig, Herbert Bahn, Peter Zerbaum, Karl H. Emmert, Gerhard Arnecke, Fritz Düben, Walter Hursie, Günter Kossack, Paul Grötzner, Manfred Schuster, Hans-Joachim Becker, Richard Platte und Rudolph Venghaus rief er das Gründungskomitee „Roßlauer Karneval“ als Kulturgruppe des VEB Elbewerk Roßlau ins Leben. So wurde am 11. 11. 1965 um 11:11 Uhr die Karnevalsgesellschaft „Blau-Weiß“ Roßlau gegründet. Noch im gleichen Monat wurde der erste Elferrat aufgestellt und Karl Venghaus zum ersten Präsidenten des heutigen RKC gewählt. Als Prinzenpaar konnten Peter Schories und Bärbel Karolschak verpflichtet werden. Am 13. Februar 1966 fand dann im Roßlauer Kreiskulturhaus die erste öffentliche Karnevalssitzung statt. Auch damals schon war der Schlachtruf der Roßlauer Jecken „Roßlau hinein!“ Die auftretenden Künstler kamen sowohl aus Roßlau, als auch aus der nahen und fernen Umgebung.
Schon 5 Jahre später, in der Session 1970/71, hatten sich die Karnevalisten einen Namen gemacht und konnten den Zuschauern Stunden des Frohsinns und der Freude bieten.

Einen Höhepunkt erlebten die Narren, als der Deutschlandsender zu Gast war und in „Stimme der DDR“ eine 90-minütige Sendung mit dem RKC ausgestrahlt wurde. Auch als der Karneval in Roßlau noch in den Kinderschuhen steckte, gab es bereits ein Mädchenballett. Schülerinnen des Oberschule Meinsdorf stellten unter Leitung von Klaus Tonndorf ihr tänzerisches Können unter Beweis.
In der 6. Session wurde Wolfgang Schapitz zum zweiten Präsidenten gewählt, Karl Venghaus wurde Ehrenpräsident. Auch als Büttenredner Gottfried Theobald Schwumpe machte Schapitz sich einen Namen, der selbst in den 90er Jahren noch bekannt war.
1973/74 stand zum ersten Mal das Roßlauer Männerballett auf der Bühne und löste – damals wie heute – große Begeisterung aus. Unter der Leitung von Christel Stahl-Volk hatte sich auch die Revuetanzgruppe des Kreiskulturhauses (KKH) in die Herzen des Publikums getanzt.
In der 10. Session 1975/76 taucht in der Statistik des RKC erstmals der Name „Rosselsänger“ auf, zu denen damals Bernd Dassler, Heinz Zimmermann, Wilhelm Papke und Rolf Hanke gehörten.
Nach 8 Jahren Amtszeit gab Schapitz 1979/80 seinen Präsidentenplatz an Ralph Klaue weiter. Im selben Jahr veranstaltete der RKC seinen ersten Kinderkarneval. Gemeinsam mit den Roßlauer Schulen wurde ein Umzug organisiert und in jedem Jahr hatte eine Schule die Aufgabe, ein Programm auf die Beine zu stellen.

Während schon vor Jahren die Erwachsenen vom „Karnevalsfieber“ der Gründungsmitglieder angesteckt worden, fand auch der Kinderkarneval großen Zuspruch. Vom karnevalistischen Treiben erfasst, stand das heutige Oberhaupt des RKC, Roland Didmer, in der 16. Session 1981/82 als Prinz auf der Bühne und trat ein Jahr später dem Elferrat bei. Auch in diesem Jahr gab es eine neue Idee in Roßlau: Erstmals wurde eine Bütt mit Musik, Gesang und Tanz vorgetragen. Als vierter Präsident übernahm 1982/83 Jürgen Boesl das Zepter, ein Jahr später wird Wolfgang Schapitz Ehrenpräsident. Im folgenden Jahr hielt Andreas Trillhase seine erste Bütt vor den Roßlauer Jecken und brachte es mittlerweile zu einer Profilaufbahn.
Im 19. Jahr nach der Gründung des RKC fand vor dem Roßlauer Rathaus die erste Schlüsselübergabe statt, am 11.11.1984 um 11:11 Uhr.
Obwohl der Roßlauer Karneval mittlerweile zum städtischen Leben dazugehörte, geriet der RKC zunehmend in Schwierigkeiten. Erst hörte die Revuetanzgruppe des Kreiskulturhauses auf und mit Ausnahme von fünf Mitgliedern hatten 1991/92 alle Aktiven den Karnevalclub verlassen. Deshalb fanden in diesem Jahr nur zwei Veranstaltungen statt: einmal stellte die erste große Karnevalsgesellschaft „Rot-Gelb“ Dessau im Kreiskulturhaus ihr komplettes Programm vor. Auch am Rosenmontag halfen die Dessauer aus, dieses Mal allerdings mit einer kleinen Einlage des Männerballetts des RKC.

Ihre Susanne Eltz